16. November 2019 – 19 Uhr | Gedichte und andere Dinge. Lesung und Gespräch mit Urs Allemann und Michael Braun

Was Sie immer schon über Lyrik wissen wollten, sich aber nie zu fragen getrauten? An diesem Abend dürfen Sie es tun! Zwei Kenner des Metiers antworten in Vers und Gespräch.

Der eine, Urs Allemann, schreibt selbst Gedichte (und Prosa). Der andere, Michael Braun, ist einer der profiliertesten Lyrikkritiker im deutschsprachigen Raum. Beide stellen eine der ältesten literarischen Gattungen vor.

„So wenig ich weiss, was ein poetologisches Statement ist, so wenig weiss ich, was ein Gedicht ist. Ich möchte es mir daher vom Wörterbuch sagen lassen.“ Dieser etwas provokative Satz von Urs Allemann ist durchaus ernst gemeint. Denn wer so genau und voller Zweifel auf die Sprache schaut wie der Dichter und Poesie-Performer Allemann , der empfindet mitunter „ein ganz starkes Derealisierungsgefühl“, so der Autor.  Und zwar immer dann, wenn Sprache zu instrumentellen Zwecken dienstbar gemacht und zur Verbreitung wohlfeiler „Statements“ genutzt wird, so wie es tagtäglich in Politik oder Wirtschaft geschieht. Sobald sich also eine solche „Behauptung“ einstellt, muss es der Dichter unterlaufen, dementieren, durch poetische Störmanöver in Frage stellen. Wie liest sich das im Gedicht, was hat das für Konsequenzen für das Schreiben?
Im Gespräch mit dem Lyrik-Kritiker und Herausgeber Michael Braun stellt Urs Allemann neue eigene Texte vor und gemeinsam lesen sie Gedichte aus der von Michael Braun 2018 edierten Lyrik-Anthologie „Aus Mangel an Beweisen“.

 

Urs Allemann, 1948 in Schlieren bei Zürich geboren, leitete von 1986 bis 2005 das literarische Feuilleton der Basler Zeitung. Er gewann 1991 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und erhielt 2014 den Schweizer Literaturpreis. Heute lebt Urs Allemann als freier Schriftsteller und Poesie-Performer in Goslar.

Michael Braun, 1958 geboren, Literaturkritiker und Herausgeber zahlreicher Gedichtanthologien und Essaysammlungen. Er schreibt für Zeitungen, Zeitschriften und für den Rundfunk. 2018 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Michael Braun lebt in Heidelberg.