Gefragt, warum sie nicht nur zeichne, sondern auch schreibe, erzählt sie von der Magie einzelner Worte, die sie anziehen und mit denen das Schreiben beginnt. »Es gibt Worte, die eine Magie auf mich ausüben, es ist wie ein Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Die Wirkung solcher Worte sind nicht vorhersehbar. Sie lassen sich zunächst nichts anmerken, sind nichts Besonderes, haben keine außergewöhnlichen Merkmale und entfalten ihre Wirkung immer erst durch die Nachbarschaften, in denen sie wohnen. Wird so ein Wort plötzlich aktiv, überstrahlt es den gesamten Text. Wie bei einer Überbelichtung werden alle anderen Worte im gleißenden Licht unsichtbar und verdorren, unabhängig davon, ob ich lese oder zuhöre.«

NANNE MEYER, 1953 in Hamburg geboren, konzentrierte sich bereits während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg auf das Zeichnen und die Verhältnisse von Sprache und Bild. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. 1982/83 ein DAAD-Stipendium in London, 1986/87 das Villa Massimo Stipendium in Rom und 1996 das Arbeitsstipendium der Djerassi-Artist-Foundation in Woodside/Kalifornien USA. 2013 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis NRW für Zeichnung und 2014 mit dem Hannah Höch Preis für bildende Kunst des Landes Berlin ausgezeichnet. Von 1994 bis 2016 war sie Professorin an der weißensee kunsthochschule berlin.

„Augenblicklicht“ ist der wunderbar passende Titel des soeben erschienenen Buches von Nanne Meyer. Er enthält eine Auswahl von Gedichten und Texten, die sie über fast fünzig Jahren hinweg in zahlreichen Hefte und Notizblöcke schrieb. 
Angela Winkler gehört zu den großen Theater- und Film-Schauspielerinnen unserer Zeit. Durch Rollen in den Volker-Schlöndorff-Filmen »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Die Blechtrommel« wurde sie in den 1970er-Jahren zu einem nationalen wie internationalen Star. Doch ihre Liebe galt und gilt dem Theater. Von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert, arbeitete sie mit berühmten Regisseuren wie Peter Zadek, Klaus-Michael Grüber, Luc Bondy oder Robert Wilson zusammen. Besonderen Eindruck hinterließ ihr „Hamlet“ in der furiosen Inszenierung Peter Zadeks 1999 an der Berliner Schaubühne, der Hamlet mit einer Frau besetzte. Weitere Mitspieler waren damals Eva Mattes, Otto Sander und Ulrich Wildgruber.
Dass der äthiopische Kaiser Theodoros im Jahr 1855 gekrönt wurde und sich dreizehn Jahre später angesichts der drohenden Gefangennahme durch die britische Kolonialmacht erschoss, ist historisch belegt. Doch der immense Rest des Romans besteht aus Mircea Cărtărescus Phantasie. Sein Buch erzählt von einer Welt voller Edelsteine, Schleier und Waffen. Und das alles in der faszinierend bunten Bildprache des orthodoxen Christentums: „Die Handlung wird von oben betrachtet, von den Erzengeln. Sie erzählen die Geschichte dieses Theodoros für das Jüngste Gericht. Dann wird Gott als der große Leser entscheiden, ob Theodoros zur Hölle fährt oder in den Himmel kommt.“ Hier, bei Cărtărescu, hat das Jüngste Gericht natürlich ein konkretes Datum, es findet
Andreas Rötzer, Verleger des renommierten Verlages Matthes & Seitz Berlin, wird wie traditionell in jedem Buchmessefrühling neue und aufregende Bücher aus seinem Programm vorstellen, darunter Romane, Lyrik und Sachbücher zu aktuellen Themen sowie Neuerscheinungen aus den speziellen Reihen des Verlages. Letztere reichen von A wie Asiathek über Batterien, Dichtung, Dritte Natur, Französische Bibliothek, Fröhliche Wissenschaft, Paperback, Naturkunden, punctum, Rhinozeros und Theologische Brocken bis Z wie Zeugnisse & Dokumente.
Im Jahr 2002 rückte ein Mord das uckermärkische Dorf Potzlow in die Schlagzeilen der internationalen Presse. Daraufhin recherchierte der Regisseur und Autor Andres Veiel über Monate in Potzlow, sprach mit den Tätern, Dorfbewohnern sowie Angehörigen von Opfer und Tätern. Die Ergebnisse sind auf 1500 Seiten Gesprächsprotokoll festgehalten. Veiel studierten im Weiteren Akten, Verhörprotokolle, Anklage, Plädoyers und Urteil des Gerichtsprozesses. Aus den Ergebnissen dieser siebenmonatigen Recherchen entstanden ein Dokumentarfilm, ein Theaterstück und ein Buch, das an diesem Abend von Andres Veiel vorgestellt wird. „Der Kick“ ist eine beklemmende Fallstudie über eine entwurzelte Jugend, Rechtsradikalismus, deutsche Traumata und Gewalttraditionen.