8. August 2026 | 19 Uhr : Nanne Meyer – Augenblicklicht.

„Augenblicklicht“ ist der wunderbar passende Titel des soeben erschienenen Buches von Nanne Meyer. Er enthält eine Auswahl von Gedichten  und Texten, die sie über fast fünzig Jahren hinweg in zahlreichen Hefte und Notizblöcke schrieb. 
 
Nanne Meyer ist Zeichnerin, und als solche besonders den Augenblicken des Hinschauens und dem Licht des Erkennens, ergo der Erkenntnis, verbunden. In ihren Zeichnungen und Collagen geht es um das Fragile, Kurzlebige, Vergängliche und Randständige. Dabei sucht sie besonders die Übergänge und Hintergründe, die alles mit allem verbinden. Mit ihrem klugem Humor zeichnet sie ganze Geschichten auf diverse Papierarten und -formate, selbst auf alte Landkarten. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt.
 
Was dieser Band nun unerwarteterweise offenbart: Nanne Meyer ist ebenso eine begnadete Texterin. Eigenwillig, mit nimmermüdem Spürsinn und gewitzter Wachheit hinterfragt sie, kritisiert sie, philosophiert sie. Ihre Notizen lesen sich wie eine beiläufige Zwiesprache mit der Welt. Nanne Meyers unerschöpfliche Energie im Zeichnen wie Schreiben ist bewundernswert. Ihren bezaubernden Arbeiten folgt man wie einem Detektiv, von dem man sicher ist, dass er jeden Augenblick den lang gesuchten Täter anhand von Indizien findet.    

Gefragt, warum sie nicht nur zeichne, sondern auch schreibe, erzählt sie von der Magie einzelner Worte, die sie anziehen und mit denen das Schreiben beginnt. »Es gibt Worte, die eine Magie auf mich ausüben, es ist wie ein Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Die Wirkung solcher Worte sind nicht vorhersehbar. Sie lassen sich zunächst nichts anmerken, sind nichts Besonderes, haben keine außergewöhnlichen Merkmale und entfalten ihre Wirkung immer erst durch die Nachbarschaften, in denen sie wohnen. Wird so ein Wort plötzlich aktiv, überstrahlt es den gesamten Text. Wie bei einer Überbelichtung werden alle anderen Worte im gleißenden Licht unsichtbar und verdorren, unabhängig davon, ob ich lese oder zuhöre.«

Foto: André Smits

NANNE MEYER, 1953 in Hamburg geboren, konzentrierte sich bereits während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg auf das Zeichnen und die Verhältnisse von Sprache und Bild. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. 1982/83 ein DAAD-Stipendium in London, 1986/87 das Villa Massimo Stipendium in Rom und 1996 das Arbeitsstipendium der Djerassi-Artist-Foundation in Woodside/Kalifornien USA. 2013 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis NRW für Zeichnung und 2014 mit dem Hannah Höch Preis für bildende Kunst des Landes Berlin ausgezeichnet. Von 1994 bis 2016 war sie Professorin an der weißensee kunsthochschule berlin.

20. Juni 2026 | BEREITS 17 Uhr : Literarische Fussballweltmeisterschaft

Foto: Marco Verch

Vorab außer Haus : Freitag (19.6.)  ab 18 Uhr
Warmlaufen in Huguenin´s PUB Warnitz

F u ß b a l l  W M  S p e z i a l e

(Eis Bahn Hof E. Huguenin, Lindenallee 27, 17291 Warnitz)

Samstag (20.6.)   17 Uhr ! ! !
L I T E R A R I S C H E    F U S S B A L L W E L T M E I S T E R S C H A F T
Helmut Böttiger, bekannter Autor von Büchern zu Peter Weiss, Ingeborg Bachmann, Paul Celan oder der Gruppe 47 und Literaturkritiker hat in seiner Eigenschaft als Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur und als bekennender Fußballfan auch mehrere speziell dem Fußball gewidmete Bücher geschrieben: „Schlußball. Die Deutschen und ihr Lieblingssport“, „Kein Mann, kein Schuss, kein Tor. Das Drama des deutschen Fußballs“ und „Günter Netzer – Manager und Rebell. Autorisierte Biographie“. Er wird an diesem Abend, thematisch völlig passend zur Fußballweltmeisterschaft, aus diesen Büchern lesen.
Anschließend gibt es ein Gespräch zwischen ihm und Jörg Schieke, den er sich zur Verstärkung in seine Lesemannschaft geholt hat. Jörg Schieke ist sowohl Autor von Lyrikbänden und Prosa, Rundfunkmoderator als auch Innenverteidiger der deutschen Autorennationalmannschaft. Er berichtet von der Idee dieser speziellen Fußballmannschaft, die international gegen andere Autoren-Fußballteams antritt. Und er liest ebenfalls aus eigenen Texten zum Fußball. „20. Juni 2026 | BEREITS 17 Uhr : Literarische Fussballweltmeisterschaft“ weiterlesen

9. Mai 2026 | 19 Uhr : Angela Winkler – Mein blaues Zimmer. Autobiographische Skizzen

Angela Winkler gehört zu den großen Theater- und Film-Schauspielerinnen unserer Zeit. Durch Rollen in den Volker-Schlöndorff-Filmen »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Die Blechtrommel« wurde sie in den 1970er-Jahren zu einem nationalen wie internationalen Star. Doch ihre Liebe galt und gilt dem Theater. Von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert, arbeitete sie mit berühmten Regisseuren wie Peter Zadek, Klaus-Michael Grüber, Luc Bondy oder Robert Wilson zusammen. Besonderen Eindruck hinterließ ihr „Hamlet“ in der furiosen Inszenierung Peter Zadeks 1999 an der Berliner Schaubühne, der Hamlet mit einer Frau besetzte. Weitere Mitspieler waren damals Eva Mattes, Otto Sander und Ulrich Wildgruber. „9. Mai 2026 | 19 Uhr : Angela Winkler – Mein blaues Zimmer. Autobiographische Skizzen“ weiterlesen

25. April 2026 | 19 Uhr :    Mircea Cărtărescu – Theodorus.  Vorgestellt von seinem Übersetzer Ernest Wichner

Dass der äthiopische Kaiser Theodoros im Jahr 1855 gekrönt wurde und sich dreizehn Jahre später angesichts der drohenden Gefangennahme durch die britische Kolonialmacht erschoss, ist historisch belegt. Doch der immense Rest des Romans besteht aus Mircea Cărtărescus Phantasie. Sein Buch erzählt von einer Welt voller Edelsteine, Schleier und Waffen. Und das alles in der faszinierend bunten Bildprache des orthodoxen Christentums: „Die Handlung wird von oben betrachtet, von den Erzengeln. Sie erzählen die Geschichte dieses Theodoros für das Jüngste Gericht. Dann wird Gott als der große Leser entscheiden, ob Theodoros zur Hölle fährt oder in den Himmel kommt.“ Hier, bei Cărtărescu, hat das Jüngste Gericht natürlich ein konkretes Datum, es findet

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7. März 2026 | 19 Uhr: Andreas Rötzer – Novitäten aus dem Verlag Matthes & Seitz Berlin (mit Buchverkauf)

Andreas Rötzer, Verleger des renommierten Verlages Matthes & Seitz Berlin, wird wie traditionell in jedem Buchmessefrühling neue und aufregende Bücher aus seinem Programm vorstellen, darunter Romane, Lyrik und Sachbücher zu aktuellen Themen sowie Neuerscheinungen aus den speziellen Reihen des Verlages. Letztere reichen von A wie Asiathek über Batterien, Dichtung, Dritte Natur, Französische Bibliothek, Fröhliche Wissenschaft,  Paperback,  Naturkunden, punctum, Rhinozeros und Theologische Brocken bis Z wie Zeugnisse & Dokumente. 

Und natürlich wird es auch einen Büchertisch geben.

7. Februar 2026 | 19 Uhr: Andres Veiel – Der Kick. Ein Lehrstück über Gewalt

Im Jahr 2002 rückte ein Mord das uckermärkische Dorf Potzlow in die Schlagzeilen der internationalen Presse. Daraufhin recherchierte der Regisseur und Autor Andres Veiel über Monate in Potzlow, sprach mit den Tätern, Dorfbewohnern sowie Angehörigen von Opfer und Tätern. Die Ergebnisse sind auf 1500 Seiten Gesprächsprotokoll festgehalten. Veiel studierten im Weiteren Akten, Verhörprotokolle, Anklage, Plädoyers und Urteil des Gerichtsprozesses. Aus den Ergebnissen dieser siebenmonatigen Recherchen entstanden ein Dokumentarfilm, ein Theaterstück und ein Buch, das an diesem Abend von Andres Veiel vorgestellt wird. „Der Kick“ ist eine beklemmende Fallstudie über eine entwurzelte Jugend, Rechtsradikalismus, deutsche Traumata und Gewalttraditionen.

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