25. Juli 2026 | 19 Uhr : Eva-Martina Weyer – Tabakpech

„Tabakpech“ erzählt eine große Familiengeschichte im unteren Odertal, wo die Grenzen von Preußen und Pommern, von Hochdeutsch und Platt verwischen. Einst war die Region ein Zentrum des deutschen Tabakanbaus, Hugenotten hatten diese Kultur mitgebracht. Der Tabak gab der Region Wohlstand, er wurde zum „Gold der Uckermark“. Doch nicht jedem schenkte er auch Glück. Tabakpech, der Saft, der beim Ernten aus der Pflanze tritt, klebte schwarz an den Händen der Bauern. Auch an Elfie, der Hauptfigur, blieb er kleben und verhinderte ihren Traum, in Berlin zur Sängerin ausgebildet zu werden. Der Roman erzählt von einem Frauenleben und einer Familiengeschichte von 1930 bis 1995. Mit der Hauptfigur Elfie erlebt man beim Lesen die Zeiten des Umbruchs durch den Zweiten Weltkrieg, liest von der LPG-Wirtschaft in der DDR, vom Mauerfall und dem schließlichen Niedergang des Tabakanbaus in der Region.

„Das mitreißende Portrait einer Frau und ihrer (Dorf-)Familie in Zeiten des Umbruchs.“
 (Märkischer Sonntag)

Foto Karl-Heinz Wendland

EVA-MARTINA WEYER wurde 1961 in Anklam geboren und wuchs in Schwedt an der Oder auf. Nach dem Studium der Journalistik arbeitete sie fast vierzig Jahre bei der Märkischen Oderzeitung. Schon immer recherchierte Eva-Maria Weyer umfangreich zum Tabakanbau in der Uckermark.„Tabakpech“ ist ihr erster Roman.

8. August 2026 | 19 Uhr : Nanne Meyer – Augenblicklicht.

„Augenblicklicht“ ist der wunderbar passende Titel des soeben erschienenen Buches von Nanne Meyer. Er enthält eine Auswahl von Gedichten  und Texten, die sie über fast fünzig Jahren hinweg in zahlreichen Hefte und Notizblöcke schrieb. 
 
Nanne Meyer ist Zeichnerin, und als solche besonders interessiert an den Augenblicken des Hinschauens und dem Licht des Erkennens, ergo der Erkenntnis. In ihren Zeichnungen und Collagen geht es um das Fragile, Kurzlebige, Vergängliche und Randständige. Dabei sucht sie besonders die Übergänge und Hintergründe, die alles mit allem verbinden. Mit ihrem klugem Humor zeichnet sie ganze Geschichten auf diverse Papierarten und -formate, selbst auf alte Landkarten. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt.
 
Was dieser Band nun unerwarteterweise offenbart: Nanne Meyer ist ebenso eine begnadete Texterin. Eigenwillig, mit nimmermüdem Spürsinn und gewitzter Wachheit hinterfragt sie, kritisiert sie, philosophiert sie. Ihre Notizen lesen sich wie eine beiläufige Zwiesprache mit der Welt. Nanne Meyers unerschöpfliche Energie im Zeichnen wie Schreiben ist bewundernswert. Ihren bezaubernden Arbeiten folgt man wie einem Detektiv, von dem man sicher ist, dass er jeden Augenblick den lang gesuchten Täter anhand von Indizien findet.    

Gefragt, warum sie nicht nur zeichne, sondern auch schreibe, erzählt sie von der Magie einzelner Worte, die sie anziehen und mit denen das Schreiben beginnt. »Es gibt Worte, die eine Magie auf mich ausüben, es ist wie ein Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Die Wirkung solcher Worte sind nicht vorhersehbar. Sie lassen sich zunächst nichts anmerken, sind nichts Besonderes, haben keine außergewöhnlichen Merkmale und entfalten ihre Wirkung immer erst durch die Nachbarschaften, in denen sie wohnen. Wird so ein Wort plötzlich aktiv, überstrahlt es den gesamten Text. Wie bei einer Überbelichtung werden alle anderen Worte im gleißenden Licht unsichtbar und verdorren, unabhängig davon, ob ich lese oder zuhöre.«

Foto: André Smits

NANNE MEYER, 1953 in Hamburg geboren, konzentrierte sich bereits während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg auf das Zeichnen und die Verhältnisse von Sprache und Bild. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. 1982/83 ein DAAD-Stipendium in London, 1986/87 das Villa Massimo Stipendium in Rom und 1996 das Arbeitsstipendium der Djerassi-Artist-Foundation in Woodside/Kalifornien USA. 2013 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis NRW für Zeichnung und 2014 mit dem Hannah Höch Preis für bildende Kunst des Landes Berlin ausgezeichnet. Von 1994 bis 2016 war sie Professorin an der weißensee kunsthochschule berlin.

VORSCHAU auf weitere Termine 2026 :

20. September 2026 | 19 Uhr   :   20 JAHRE EDITION RUGERUP mit internationalen Gästen aus dem Verlagsprogramm. Die Edition Rugerup wurde 2005 von der Herausgeberin und Übersetzerin Margitt Lehbert gegründet. Verlagsschwerrpunkt ist internationale, vor allem angelsächsische und skandinavische Lyrik in deutscher Übersetzung oder in zweisprachigen Ausgaben. Sitz des Verlags war bis 2010 Schweden, seit 2011 Berlin und Neuhof/ Uckermark..

 

20. Juni 2026 | BEREITS 17 Uhr : Literarische Fussballweltmeisterschaft

Foto: Marco Verch

Vorab außer Haus : Freitag (19.6.)  ab 18 Uhr
Warmlaufen in Huguenin´s PUB Warnitz

F u ß b a l l  W M  S p e z i a l e

(Eis Bahn Hof E. Huguenin, Lindenallee 27, 17291 Warnitz)

Samstag (20.6.)   17 Uhr ! ! !
L I T E R A R I S C H E    F U S S B A L L W E L T M E I S T E R S C H A F T
Helmut Böttiger, bekannter Autor von Büchern zu Peter Weiss, Ingeborg Bachmann, Paul Celan oder der Gruppe 47 und Literaturkritiker hat in seiner Eigenschaft als Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur und als bekennender Fußballfan auch mehrere speziell dem Fußball gewidmete Bücher geschrieben: „Schlußball. Die Deutschen und ihr Lieblingssport“, „Kein Mann, kein Schuss, kein Tor. Das Drama des deutschen Fußballs“ und „Günter Netzer – Manager und Rebell. Autorisierte Biographie“. Er wird an diesem Abend, thematisch völlig passend zur Fußballweltmeisterschaft, aus diesen Büchern lesen.
Anschließend gibt es ein Gespräch zwischen ihm und Jörg Schieke, den er sich zur Verstärkung in seine Lesemannschaft geholt hat. Jörg Schieke ist sowohl Autor von Lyrikbänden und Prosa, Rundfunkmoderator als auch Innenverteidiger der deutschen Autorennationalmannschaft. Er berichtet von der Idee dieser speziellen Fußballmannschaft, die international gegen andere Autoren-Fußballteams antritt. Und er liest ebenfalls aus eigenen Texten zum Fußball. „20. Juni 2026 | BEREITS 17 Uhr : Literarische Fussballweltmeisterschaft“ weiterlesen

9. Mai 2026 | 19 Uhr : Angela Winkler – Mein blaues Zimmer. Autobiographische Skizzen

Angela Winkler gehört zu den großen Theater- und Film-Schauspielerinnen unserer Zeit. Durch Rollen in den Volker-Schlöndorff-Filmen »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Die Blechtrommel« wurde sie in den 1970er-Jahren zu einem nationalen wie internationalen Star. Doch ihre Liebe galt und gilt dem Theater. Von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert, arbeitete sie mit berühmten Regisseuren wie Peter Zadek, Klaus-Michael Grüber, Luc Bondy oder Robert Wilson zusammen. Besonderen Eindruck hinterließ ihr „Hamlet“ in der furiosen Inszenierung Peter Zadeks 1999 an der Berliner Schaubühne, der Hamlet mit einer Frau besetzte. Weitere Mitspieler waren damals Eva Mattes, Otto Sander und Ulrich Wildgruber. „9. Mai 2026 | 19 Uhr : Angela Winkler – Mein blaues Zimmer. Autobiographische Skizzen“ weiterlesen

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