Die Lyrikerin Ute Eckenfelder in Lesung und Gespräch
Gedichte haben die Eigenschaft, sich weitestgehend dem Marktgeschehen zu entziehen, meint die Lyrikerin Ute Eckenfelder in ihrem jüngsten Buch „Flure / Fluchten“. Ihre kleinen fragilen sprachlichen Gebilde, ihre Gedichte, sind ein „fast nicht, ein Nicht genau, nachtfalterflügelblau, schwer zu fassen, fast ein Licht, am Ende des, ein Fast noch nicht…“.
Überhaupt: Gedichte zählen (fast) nicht, zumindest nicht in Geldwerten, dafür erzählen sie ganz ökonomisch auf knappstem Raum und mit wenigen Worten unendlich viel. Vorausgesetzt man gönnt sich Ruhe „Ute Eckenfelder : Flure / Fluchten“ weiterlesen

(AUSSER HAUS! DORFKIRCHE POTZLOW)
Kann ein Duft Geschichte aufbewahren? Zwei Parfums liefern Karl Schlögel den Stoff, die europäischen Abgründe des 20. Jahrhunderts neu zu erzählen. Durch die Turbulenzen der Revolution gelangte die Formel für einen Duft, der zum 300. Kronjubiläum der Romanows kreiert worden war, nach Frankreich. Er lieferte die Grundlage für Coco Chanels Nº 5 und für sein sowjetisches Pendant Rotes Moskau, das bis heute unter diesem Namen produziert wird. Verantwortlich für die Parfümindustrie war Polina Schemtschuschina, die Frau des Außenministers Molotow. Sie fiel später einer Säuberungskampagne zum Opfer — und Coco Chanel kollaborierte mit den deutschen Besatzern. Ein unscheinbarer Zufall führt Karl Schlögel zu
Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.
Neununddreißig Sekunden, die ein Ende bedeuten, das Ende eines Lebens. Zwei Brüder, Robert und Christian Rauch, die zu verstehen beginnen, was früher geschehen ist. Vor der Terrasse der Familie stand plötzlich ein Mann: „Appell, Herr Doktor, Appell!“ – sein Ruf weckt die Vergangenheit des Vaters als Arzt in Dachau und lässt einen Prozess beginnen, der erst viele Jahre später endet…