Der rumänische Autor Mircea Cărtărescu verwebt in seinem epochalen Roman Historisches, Phantastisches wie Philosophisches mit schrecklich-schönen Abenteuergeschichten – zu einem Weltganzen, das bis in unsere Zeiten, bis zum Jüngsten Gericht reicht.
Ernest Wichner, der brilliante Übersetzer dieses sprachgewaltigen, faszinierenden Buches, stellt es in Lesung und Gespräch vor.
Ehe die britische Kolonialarmee die Bergfestung Magdala in Schutt und Asche legt und ihn als Geisel nimmt, setzt der äthiopische Kaiser am Ostersonntag des Jahres 1868 seinem Leben ein Ende. Nicht als gekrönter Despot, nicht als plündernder Seeräuber, sondern als Bojarendiener aus der Walachei, heißt es in Mircea Cărtărescus neuem epochalen Roman. Der Kaiser Afrikas, die englische Königin Victoria, Tudor, ein wissbegieriges Kind, die Königin von Saba, sie alle spielen im Weiteren eine Rolle… In 33 Kapiteln verschränkt Cărtărescu Historisches, Phantastisches, Philosophisches mit schrecklich-schönen Abenteuergeschichten zu nichts weniger als einem Weltganzen, das bis in unsere Zeiten, bis zum Jüngsten Gericht reicht.
Das Buch wurde nicht nur in Deutschland begeistert aufgenommen, sondern international. Von dem Lesevergnügen berichtet hier eine kleine Auswahl von Stimmen zum Buch:
„Ein Werk ohnegleichen, darauf angelegt, den Leser schwindlig zu erzählen, seine Sinne zu verrücken und seine Vorstellung von der realen Welt mit phantastischen Begebenheiten aus den Angeln zu heben. Geradezu betäubend ist die (von Ernest Wichner brillant übersetzte) purpurne Sprachgewalt Cărtărescus, der seine imaginäre Romanwelt mit biblischen Wendungen veredelt und mit sinnlicher Opulenz und magisch-realistischer Phantasie derart ausschmückt, dass man sie nicht nur liest, sondern sie plastisch vor sich sieht, sie spürt, hört, schmeckt und riecht.“
(Sigrid Löffler, Berliner Zeitung)
„Kunstvoll verschmilzt Cărtărescu Splattermomente und biblisch anmutende Szenen, Trash und literarische Anspielungen auf Dante oder Joyce und ebenso Ironie und hohen Ton … Das Beeindruckende jedoch ist: Trotz seines Spiels mit der Romanform gelingt Cărtărescu zugleich eine Studie darüber, wie jemand mit hoffnungsvollen Anfängen zum blutrünstigen Despoten wird. Auch in seinen Schilderungen der Exzesse des Krieges ist der Roman ganz gegenwärtig. Das macht dieses Buch voller ‚wahrer und gezinkter Wunder‘ zu einem großen.“
(Nico Bleutge, FAZ)
„Cărtărescu ist einer der größten lebenden Schriftsteller. Seine Literatur schafft eine neue Art, die Kunst des Romans zu verstehen und fügt dem Akt des Schreibens und Lesens neue philosophische und ästhetische Dimensionen hinzu. Seine Originalität ist absolut … Er ähnelt nichts und niemandem.“ (ABC Cultural, Spanien)
„Schulter an Schulter steht er mit Jorge Luis Borges.“
(Paul Jandl, NZZ, Schweiz)
„Ein mythischer und ganz gegenwärtiger Historienroman, zudem ein barock überschäumendes, sprachliches Glanzstück – dem Übersetzer Ernest Wichner sollte man dafür alle Übersetzerpreise zuerkennen, die sich finden lassen.“ (WDR3)
„Mehr denn je hat Mircea Cărtărescu, einer der besten Schriftsteller der Gegenwart, den Nobelpreis verdient.“
(Le Nouvel Observateur, Frankreich)
„Cărtărescu lässt sich vom Schicksal Theodoros II. zu einem monströsen Roman inspirieren, ein literarisches Ereignis, eine Geschichte, deren ungewöhnliche erzählerische Kraft an die der großen, alten und modernen, Erzähler anknüpft … In diesem Roman schwebt der Leser. Er wird von einem köstlichen und berauschenden Schwindel ergriffen, einem Gefühl der Freiheit, wie in der Kindheit, als er sich vorstellte, fliegen zu können.“
(Le Temps, Schweiz)
„Für ‚Theodoros‘ hat Cărtărescu eine Kunstsprache erfunden, die gleichzeitig schwelgt und nachdenkt. Eine Sprache, die Flügel hat und über die Schwerkraft lacht. Eine Sprache, die nicht nur große Abenteuer erzählt, sondern selbst ein großes Abenteuer ist.“
(Ö1, Österreich)
„Literatur auf dieser Stufe ist Vollendung, ist Magie. Lesen Sie dieses Meisterwerk, sie werden das Gefühl haben, die Wahrheit der Welt mit dem Finger zu berühren.“ (Le Monde, Frankreich)

Mircea Cărtărescu wurde 1956 in Bukarest geboren und lebt in seiner Heimatstadt. Seit 1978 veröffentlicht er Lyrik und Prosa, sein Werk wird in vielen Sprachen übersetzt. Preise u.a.: International Dublin Literary Award, Thomas-Mann-Preis, Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung, Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur. Auf Deutsch erschienen zuletzt der Roman »Theodoros« (2024) und die Erzählungen »Melancolia« (2022).
